DANKEUNDAUFWÜRDESEHN


DANKEUNDAUFWÜRDESEHN
DANKEUNDAUFWÜRDESEHN
Gedichte
Zeichnungen von Isabella Looser
Herausgegeben von: Irène Bourquin
84 Seiten
12 × 20.5 cm
August 2020
Reihe: Caracol Lyrik, Band 2
978-3-907296-03-5
  • 18 CHF
  • 18 €
Lieferbar

Thomas Heckendorn, der seiner Leserschaft – wie schon in zwei früheren Lyrikbänden – die kompakte Schreibweise römischer Inschriften zumutet, führt in seinen neuen Gedichten ein Selbstgespräch, das zugleich ein Gespräch mit dem Todesengel ist und auch mit einem Angelus Novus, der auf die Schrecken der Zeitgeschichte starrt. Auf seinem Teller sieht der Dichter das tot am Strand angeschwemmte Kind. Das Handy wird zum Persephone, Namensvetter der griechischen Unterweltgöttin. Züge sind Flüchtlingszüge und zugleich Atemzüge. – Ein moderner Totentanz.

Die komprimierte Form der Texte, in Grossbuchstaben, Versalien, ohne Abstand zwischen den Wörtern, zwingt zum langsamen Lesen und zum Mitdenken. Wer sich darauf einlässt, macht überraschende Entdeckungen, was Inhalt wie Sprache betrifft. Wer das ambivalente Ineinanderfliessen von Wörtern, Ausdrücken, Zeilen, Halbsätzen wahrnimmt, der Mehrdeutigkeit von Metaphern nachspürt, hat verblüffende Leseerlebnisse und kommt zu Einsichten.
Charlies Ball, der Erdball, verliert Luft. Das Echo des Dichters auf die Conditio humana und den heutigen Zustand unserer Welt hallt nach in aufmerksam Lesenden.

Zeichnungen von Isabella Looser begleiten das Nachsinnen während der Lektüre dieser Gedichte.

Textauszug

ABERNICHTAUFSPATZENTRETEN.
NICHTDIEWILDENBIENENKILLEN.
NICHTDIEGEGENDPLASTIFIZIEREN.
NICHTDASEISDERBÄRENSCHMELZEN.
NICHTKÜKENSCHREDDERNUNDKINDERENTSELBSTEN.
NICHTLEBENZÄHLENUNDNICHT
DENREISBREIVONDENKLEINENSTEHLEN.
DUHATTESTSIEBENWÜNSCHE.
DASWARENACHT

Zeichnungen

Rezensionen

Ein wenig von mir und vieles von anderen

Thomas Heckendorn macht es seinen Lesern nicht gerade leicht, wenn er seine Gedichte alle in Versalbuchstaben und ohne Wortabstände schreibt. Aber wie ich ihn kenne, wird es ihm ein Vergnügen sein, seinen LeserInnen etwas Gedankenarbeit und -spiel abzuverlangen. Macht auch Spass, denn des öfteren ergibt sich beim neuen Verbinden der Silben ungeahnt Neues.

  • Jolanda Fäh
in daswortzumbuch.ch am 19. August 2020 (Website)