Der Himmel über UTOPIA


Der Himmel über UTOPIA
Der Himmel über UTOPIA
Gedichte und Polaroids
128 Seiten
15 × 21 cm
August 2024
Reihe: Caracol WortArt, Band 7
978-3-907296-35-6
  • 25 CHF
  • 25 €
Lieferbar

Notate eines Künstlers in lyrischer Form: Das sind diese Gedichte und die Polaroids von Streifzügen durch New York, die Pedro Meier in seinem neuen Lyrikband in fünf Kapiteln zusammengestellt hat. Skizzen, Momentaufnahmen eines Menschen, der den Notizblock immer dabei hat. Gedanken und Augen-Blicke einer ebenso eigenwilligen wie eigenständigen, vielfältig kreativen Persönlichkeit. Pedro Meier, gelernter Buchhändler, seit langem bekannt als Multimedia-Künstler, ist ein Nachfahre der Beat Generation, hat aber seinen eigenen Ton gefunden.
Zen-nahe Atemzüge in Wort und Bild. Ruhe mitten im Lärm der Zivilisation. Stimmungsbilder von grosser Intensität, erzeugt mit einfachen Worten, philosophisch, lakonisch. Ausdrucksstarke Szenerien, festgehalten in Polaroid und Sprache. Zu den Stilmitteln von Pedro Meier als Lyriker gehören aber auch Humor, Witz und Sprachspielereien, Wortbandwürmer etwa: «Hausapothekengelaber», «Abwasserkanalinspektorenkonferenz».
Den fünf Kapiteln ist jeweils ein Zitat vorangestellt, von Heraklit, Paul Klee, Fernando Pessoa, Vladimir Nabokov, William S. Burroughs, darauf folgen je 11 Fotos und 10 Texte.

Textauszug

Rat zum Glück

See-Licht
Berg-Licht
Schwarzer Kaffee
Cappuccino
Gespräche mit Bäumen
Wortwechsel mit Katzen
Das Gras wachsen hören
Forellen streicheln
Glasmurmeln verspielen
Wolken zählen
Güterzügen nachschauen
Kirschbaumblüten
Vom Winde verweht
Die Melodie des Regens
&
Nebel im Abendlicht

Lakonie

Ich bin ein
Flüchtigkeitsfehler

Eine plötzlich
verschwindende
Landschaft

Denken ohne
Gedanken

Rost
zerfrisst das
Wellblechdach

Über dem
Horizont verflüchtigt
sich das Licht

Wanderung

Wolken
treiben über den
Himmel

Meine
Gedanken
versuchen ihnen zu
folgen

Doch ich
in meinen schweren
Schuhen
bleibe
zurück

Gedichte und Polaroids

Rezensionen

Der Himmel über UTOPIA

Wir nehmen es mit Überzeugung, unverkrampft und klar, vorneweg: Mit «Der Himmel über UTOPIA» ist uns in der Tat ein schön gelungenes Buch in die Hand gelegt worden. Gedichte in reicher, farbiger Sprache, aber unprätentiös, gut verständlich. In Beziehung gesetzt sind diese Gedichte zu Polaroidaufnahmen von sogenannten Streifzügen durch New York, 2005 und 2008. Und so sehen wir da also New York, in einzigartigen Momentaufnahmen, immer zur Linken, und wir lesen auf der Buchseite rechts ein Gedicht dazu. Und beides zusammen, so pfiffig einander gegenübergestellt, erlaubt uns dann, den eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen. Wir erkennen New York auf den Fotos, und freuen uns daran, aber wir sehen, lesen und fühlen auch eine ganz übergeordnete Welt. Eine Welt, grenzenlos in ihrer Vielseitigkeit und ihren Möglichkeiten, eine Welt, die irgendwo und überall sein kann. So wie der Autor Pedro Meier zwar Wohnsitz in Niederbipp am Jurasüdfuss angibt, aber eigentlich «überall wohnt», mit einem Atelier in Thailand, seit über 40 Jahren, und geprägt durch viele Reisen. «[…] Für mich ist im Grunde Malen, Schreiben und Reisen alles zusammen eine eigene Kunstgattung. […] Durch Schreiben und durch Bücher lesen kann man ein zweites Leben neben seinem eigenen führen. UTOPIA eben, eine Luftspiegelung in der Vorstellung, ein Traum, verwoben mit der Realität.»
[…]
Eine Fülle, stets ist alles in allem drin, in Pedro Meiers Werk – in seinem visuellen Schaffen, in seiner Lyrik, in seinen Polaroidbildern.

  • Teres Liechti Gertsch
in Berner Landbote am 11. Dezember 2024

Buchwink #14

[…] Während die Polaroids alle aus dem Jahr 2008 in New York sind, führen die Gedichte auf eine räumliche und zeitliche Weltreise. Mit Pedro reist man um die ganze Welt. Man kommt nach Alexandria in Ägypten oder reist zu Walter von der Vogelweide, wenn das vom Autor geliebte, ja: wahrscheinlich verehrte, Wort «Tandarei» unverhofft wieder auftaucht. Und man bleibt immer nah an Erlebtem und dabei nah an der Natur: «Der Wanderer sagt zu den Steinen: / Seid nicht zu hart! // Sagen die Steine: / Wir sind noch nicht / hart genug» (S. 53). Die Leserin bleibt nah an einem unspektakulären Geschehen, beispielsweise nah an Pedros Beobachtungen in (s)einem Schrebergarten. Der Leser wird aber auch unverhofft mit einem spektakulären Geschehen konfrontiert: «Seltener Besuch // Es klopft an der Tür / herein kommt / Der Mandelbaum» (S. 97).

  • Peter Rudolf
in Pro Lyrica am 14. Oktober 2024 (Website)

Gedichte und Geschichten: Pedro Meier und sein Himmel über Utopia

[…] Eine private Suche mit der Polaroid, keine geschönte Bildästhetik, keine Tiefenschärfe, keine Weitwinkel – es wirkt der Reiz der durchaus künstlerisch genutzten Sofortbild-Unikate. Eine Art philosophisch komprimiertes Reisetagebuch von Ort und Zeit, das, immer im Zusammenspiel mit Pedro Meiers assoziativer Wortkunst, sich als ein zyklisch – erzählerisch wie kreativ – weites Feld offenbart. Oft eigenwillig, immer authentisch und auf einer narrativen Ebene durchaus nachvollziehbar. Denn der multimediale Künstler aus Niederbipp stellt den Polaroids eine virtuose Auswahl an Lyrik, Gedichten, fragmentarischen Reflexionen, ausdrucksstarken Anmerkungen und poetischen Notaten kongenial zur Seite: Als die Kunst des Künstlers, mit dem Wort wie ein Bild und mit dem Bild wie ein Wort zu jonglieren. […]
Unaufgeregt ist seine Sprache, wandelbar in Wort und Satz, Vers und Strophe, Form und Ausdruck. Sie zeigt sich allegorisch, wortgewaltig, plastisch, verdichtet oder lakonisch bis zum verbalen Scherenschnitt […].

  • Eva Buhrfeind
in www.buhrfeind.ch am 7. September 2024 (Website)

Pedro Meier – Der Himmel über UTOPIA

Der Himmel über Utopia ist zur Zeit eher wolkenverhangen. Die zeitgenössische Literatur beschäftigt sich gegenwärtig eher mit Dystopien als mit Utopien. Doch für Lyriker Pedro Meier ist die Gegenwart nur ein Splitter eines viel umfangreicheren Mosaiks. […]
Die Bewegungen Pedro Meiers im Vorparadies sind durchwegs moderat: Es wird spaziert und gewandert, die Landschaften sind gerne ein wenig vergilbt, Kindheit wird erinnert, im Schrebergarten mit Katzen diskutiert, Wolken, die je nachdem gezählt werden, treiben über dem Himmel von Utopia. Es gibt aber auch nennenswerte Ausschläge, zum Beispiel wenn ein Zitteraal auf dem Fensterbrett liegt, oder wenn nach Kulturprogrammentschädigungsverhandlungen verlangt wird, oder die Grundrechte eines Rennautos definiert werden, oder ein Mandelbaum zur Tür hereinkommt. […]
Trotz aller Zweifel und Einwände: Pedro Meiers Lyrik hat Qualität, hat Stil, hat Substanz, und hat für den tiefer sinnierenden Menschen auch Relevanz. […]
Jedem der 50 Gedichte ist ein Polaroid gegenübergestellt, es sind Bilder von diversen Amerika-Trips, vor allem Eindrücke aus New York. Polaroid-Fotos haben Charme. Die Farbspektren sind meistens ein wenig verzerrt, sie haben eben diese für Polaroids typischen Farbstiche, die jene romantischen Gefühle erzeugen, die wir mittlerweile mittels in Apps angebotenen Filtern nachzuahmen pflegen. Im Mix mit den Gedichten wirken diese Bilder wie flüchtige Sichten aus dem Fenster einer U-Bahn. Dinge, die an einem vorüberziehen; ein Wink Richtung der harten und in der Tat zeitlosen Wahrheit der Vergänglichkeit von allem, und vor allem von einem selbst.

  • Pierroz
in Vitaltransformer – Kulturmagazin am 20. August 2024 (Website)

Dieses Buch wurde gefördert von

  • SWISSLOS – Kultur Kanton Bern
  • SO kultur, SWISSLOS, Fonds des Kantons Solothurn
  • Burgergemeinde Niederbipp
  • Gemeinde Wangen an der Aare
  • Däster-Schild Stiftung