Eriks Reise


Eriks Reise
Drei Erzählungen
Mit Illustrationen des Autors
124 Seiten
16 × 23.5 cm
September 2020
978-3-907296-04-2
  • 24 CHF
  • 22 €
Lieferbar

Reinhard Albers behandelt die Themen Reisen, Neuanfang und Verlust. Er zeigt, dass man, gleichgültig wie weit man um den Erdball reist, seinem Schicksal nicht entfliehen kann.

In Eriks Reise lässt ein junger Schiffsingenieur seine Vergangenheit hinter sich. Er heuert auf einem Frachtschiff an, das ihn auf die Insel Rodriguez bringt, wo er nach einer Naturkatastrophe ein neues Leben beginnt. Jahre später plant seine Frau eine Reise nach Europa.

Die Fliehkraft wird einem jungen Motorradfahrer während eines Bergrennens zum Verhängnis.

Requiem erzählt die Liebesgeschichte eines deutschen Dirigenten und einer italienischen Harfenistin, die sich nicht dazu durchringen können, den Lebensstil des jeweils anderen anzunehmen.

Reinhard Albers startet mit seinem selbst gestalteten und illustrierten Buch die Reihe WortArt.

Textauszug

Eriks Reise

Mit einem breiten Hamburger «Moin» begrüßt ihn ein bärtiger, sonnengebräunter Mann, etwas älter als Erik. «Von welchem Pott bist du denn?»
«Von gar keinem», antwortet Erik, «ich mache hier nur ein bisschen Urlaub.» Der Bärtige schaut ihn mit stechend blauen Augen an. «Hast du irgendwas mit Schiffen zu tun?» «Schon, aber eher vom Zeichenbrett aus.»
«Und jetzt willst du mal richtige Schiffe sehen?», grinst der Bärtige. «Ich bin Benny.» «Erik.» Die beiden Männer geben sich die Hand.
«Willst du noch weiter?» «Eigentlich nicht. Morgen oder spätestens übermorgen fahre ich wieder zurück.» Er hat den Satz noch nicht ganz beendet, da überrascht ihn eine ungeheuerliche Idee. Plötzlich scheint ihm das vermeintlich Unmögliche möglich zu werden.
«Oder vielleicht doch auf große Fahrt?», bohrt Benny weiter, als hätte er Eriks Gedanken gelesen. Erstaunt über sich selbst, schaut Erik Benny lange an.
«Da hinten», Benny nickt mit dem Kopf in Richtung eines der festgemachten Schiffe, «siehst du den Stückgutfrachter? Die suchen noch Leute. – Ich mein' ja nur.»

Illustrationen

Rezensionen

Ich vermisse die Lesungen sehr

Die titelgebende Erzählung «Eriks Reise» handelt von dem gelernten Drucker und Schiffbauingenieur Erik vom Bodensee, der spontan aus dem Job aussteigt und auf dem Frachter «Dorothea» mit Kurs Indischer Ozean anheuert – mit dramatischen Folgen. Wie viel steckt von Ihnen in der Figur Erik?
Reinhard Albers: Oft liefern prägende Momente aus der eigenen Biografie die Idee zu einer Geschichte. Auch in der Erzählung «Eriks Reise» ist ein Bruchteil davon enthalten. So habe ich mit dem Protagonisten gemein, dass meine Berufslaufbahn auch in einer Druckerei begann. Und das Thema Veränderung begleitet mich als Literaturstoff ebenfalls schon lange. Ohne damit Ruhelosigkeit ausdrücken zu wollen, begeistert mich der Mut von Menschen, etwas Vertrautes aufzugeben und neue Wege zu gehen.
Nach einer anfänglichen Idee entwickeln fiktionale Geschichten während des Schreibprozesses ein Eigenleben und formen im weiteren Verlauf etwas völlig Neues. Dieses Erlebnis versetzt mich immer wieder in Staunen und mit Spannung erwarte ich selbst den Ausgang der Geschichte. Auch das unterscheidet sie von autobiografischen Erzählungen. Daher ordne ich alle drei Erzählungen im Buch als autofiktional ein.

  • Ralf Baumann
in Konstanzer Anzeiger am 17. März 2021 (PDF / Website)