Mauerlæufer 4


Mauerlæufer 4
Mauerlæufer 4
Inseln Klöster Zirkel Zellen
Herausgegeben von: Redaktion Mauerlæufer
256 Seiten
September 2017
Reihe: Mauerlæufer, Band 4
978-3-00-057016-2
  • 14 CHF
  • 14 €
Vergriffen

Hier schließt sich kein Kreis

Der Satz ist aus einem Gedicht von Niels Zubler. Wir wollen gern, dass alles eine runde Sache ist. Und doch bleibt immer eine Lücke, ein loser Faden, und das ist gut, denn dann geht es weiter. Luft muss sein. Man muss ja atmen können.
Und die Gurke? Ist so wenig Normgurke, wie wir genormt sind. Sonst wär das Leben langweilig. Sonst wär es nicht das Leben. Normen und Dogmen werden aufgestellt, um das Leben zu zähmen. Das gelingt auf Dauer nicht. Davon zeugt der Mauerläufer. Es ist (auch) ein Projekt gegen den Dogmatismus. Es ist ein Projekt, in dem viele unterschiedliche Stimmen laut werden.
Das Thema des aktuellen Mauerläufers ist: Inseln. Klöster. Zirkel. Zellen. Gemeinsam ist allen vier Begriffen die Abgrenzung. Mal findet sie durch eine Mauer statt, mal durch Wasser, mal durch eine Membran, mal durch einen Bund zwischen mehreren Menschen. Immer stellt sich die Frage: Wer (oder was) kommt rein, wer (oder was) bleibt draußen?
Mit 256 Seiten ist es auch diesmal mehr Buch als Heft und zeugt von dem regen geistigen Leben in der Dreiländerregion Bodensee.

Rezensionen

Japan liegt hinter dem Bodensee

Inseln, Klöster, Zirkel, Zellen: Ihnen gemeinsam ist die Abgrenzung: Wer kommt rein, wer bleibt draussen? Mauern, Wasser (also Bodensee und Rhein), Menschengruppen – sie alle können trennen, ausschliessen. Und davon handeln die gut sechzig Texte im «Mauerläufer», diesem wunderbar reichen und vielfältigen und herausragend gestalteten Jahrbuch. […]
Fünf Kapitel gliedern das Buch, und wiederum lockt jedes mit einer schrägen Überschrift, das den Titel oder einen Satz eines seiner Texte zitiert. Dem Motto «Inseln Klöster Zirkel Zellen» kommen die drei inneren Kapitel am nächsten: «Früher schliefen hier Nonnen», «Sie hatte die schönsten Haare von allen» entlang der Klosterkette, «Und die Hirsche knabbern an der Unsterblichkeit» über das Sterben und den Tod. Doch die eingereichten Texte bleiben, bei aller bisweilen erkennbaren thematischen oder stilistischen Verwandtschaft, eigenständig und eigenwillig. Und dies macht den «Mauerläufer» zu einem Lesevergnügen.

  • Dieter Langhart
in Thurgauer Zeitung am 5. August 2017
in St.Galler Tagblatt am 5. August 2017 (Website)