Stegmanns Prosaminiaturen lesen sich vergnüglich und leicht, auch wenn es schwierig ist, sie einzuordnen. Einige der 267 kurzen Abschnitte scheinen sich in einer kalauerartigen Pointe zu erschöpfen, doch die meisten der auch sprachlich aufs Nötigste reduzierten Texte schaffen es, ein bemerkenswertes Bild oder einen Gedankengang zu skizzieren, der wunderbar auf dem schmalen Grat zwischen Scharfsinn und Wahnsinn balanciert. Der Erzähler gibt allen möglichen und unmöglichen Dingen – etwa der Bordsteinkante, einem Teller oder dem titelgebenden Schaf – eine Stimme und eine eigene Perspektive.
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So kreisen manche der irrwitzigen Miniaturgeschichten und schrägen Denkfiguren um aktuelle Fragen unserer Zeit, etwa um Nachhaltigkeit oder um Political Correctness. Doch es geschieht dies aus überraschender Warte und in entwaffnend spielerischer und selbstironischer Weise.
Im Lauf des Bändchens zeichnet sich zwischen den zunächst statisch anmutenden Einzeltexten allmählich ein kohärentes, wenn auch surreales Narrativ ab […]